Auf den Knien nach Moskau rutschen und um ein Tässchen Öl bitten.

Liebe Damen und Herren, ich bin Hegelianer. Hegel meint: Geschichte ist, wenn mal die einen gewinnen und dann die anderen. Ich finde das gerecht. Als Putin die Ukraine überfallen hat, hab ich gedacht: Der Mann konnte nicht anders. (Natürlich ist der Mann kein Gutmensch – aber das arme Deutschland ist so von dämlichen Gutmenschen gequält, dass man einen intelligenten Diktator zu schätzen lernt.) Am 24. Februar 2022 hab ich mich am Russki Kultur Institut in Wien 4, Brahmsa Plochad, für einen Russisch-Kurs eingeschrieben. U mienja net bolschoi talent.
Ich wollte einfach der überbordenden anti-russischen Propaganda etwas entgegen setzen. Ich verzweifle an der Russland-Politik der deutschen Regierung. Immerhin sind 27 Millionen Russen gestorben, als Hitler-Deutschland mit meinen Großvätern und Großonkels gen Osten marschierte und die Russen dann in die entgegengesetzte Richtung. Mein Russisch-Lernen war also eine Art Gebet für Wiedergutmachung.
Beten hilft: ausgerechnet der amerikanische Präsident Donald Trump scheint jetzt Vladimir Vladimirowitsch Putin den Arsch zu retten. Durch seinen Überfall auf den Iran. Straße von Hormuz. Kein Öl, kein Gas, kein Dünger. Die Uschi – die mit der Beton-Frisur- kann bitteschön nach Moskau fahren und um ein Tässchen Öl bitten. Oder vielleicht gleich um ein Stamperl Uran? Sonst kann sie ihre EU-Diktatur in die Tonne treten.

Übrigens suche ich auf diesem Wege nach einer Praktikums-Stelle in Kaliningrad, Kasan, Wladiwostok oder Mariupol, Bishkek oder Eriwan, also überall, wo man gut und gerne russisch spricht. Ich kann kochen, Kinder aufziehen, Werbekampagnen konzipieren und Comics zeichnen und ich hab die Hoffnung noch nicht aufgegeben, irgendwann mal leidlich gut russisch zu sprechen.
Denn wo wären wir ohne die Russen? Ohne Kandinsky oder Malewitsch keine moderne Malerei. Ohne Strawinski oder Schostakowitsch keine moderne Musik. Ohne Dostojevski oder Tolstoi keinen modernen Roman. Ohne Eisenstein kein Hollywood. Und ohne Charlie Marx kein modernes Russland. Wobei wir wieder bei Hegel wären. Mal gewinnen die einen, dann die anderen.